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[20.10.2008] Pilgern auf den Spuren Martin Luthers 
erschienen : Die Welt 

Pilgern auf den Spuren Martin Luthers

Von Tilman Krause
 
Der Fußmarsch des Reformators, 1508 von Erfurt nach Wittenberg, neu entdeckt
 

Es muss nicht immer der Weg nach Santiago de Compostela sein. Auch in deutschen Landen lässt sich's pilgern. Auch dort ist man anscheinend gerne mal weg - um besser zu sich selbst zu kommen. Jedenfalls vermelden die Landeskirchen von Thüringen und Sachsen-Anhalt einen wahren Pilgeransturm auf die von ihnen erarbeitete zwölftägige Wanderung "Mit Luther unterwegs". Es handelt sich dabei um die Startaktion der Evangelischen Kirchen in die Luther-Dekade, mit der von nun an bis ins Jahr 2017 der 500. Wiederkehr des Thesenanschlags gedacht werden soll, mit dem Luther die größte Reform in der Geschichte des Christentums einleitete.

Damit steht der Endpunkt der Pilgerreise fest. Es ist natürlich Wittenberg, die nachmals weltberühmte Universitätsstadt, an deren Schlosskirche besagte weltbewegende Thesen angebracht wurden. Wird Wittenberg je ein Rom der Protestanten? Luther war von Erfurt losmarschiert, wo er studiert und anschließend ins Kloster eingetreten war. Sein Weg führte ihn über Weimar, Naumburg, Weißenfels, Merseburg und Halle. Wer Deutschland kennt, weiß, dass diese Region des Ostens eine der schönsten Gegenden Europas ist.

Durch einen kleinen Garten Eden also führt der neue Pilgerweg, teilweise rechts und linke der Saale entlang. Hier liegt es, das Herzland deutscher Kultur, im Reichtum seiner Baulichkeiten und Erinnerungsorte nur dem anderen kulturellen Herzland, Württemberg, vergleichbar. Man muss kein religiöser Mensch sein, um die Kraftströme zu spüren, die von dieser Region ausgehen. Aber ein religiös-musikalischer Mensch kann (und sollte) hier der Tatsache innewerden, dass die großen kulturellen Leistungen der Deutschen zuallermeist mit jenem Reich in Verbindung standen, das nicht von dieser Welt ist. Dieses Reich scheint heute immer mehr Menschen anzuziehen und zu fesseln. Endlich eine gute Nachricht in unheilsschwangerer Zeit.

  




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