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[04.05.2012] Gastschülerin Paula Fernandez aus Kolumbien besucht seit Januar die Freie Sekundarschule im Burgenland 
erschienen : Naumburger Tageblatt 

Es gibt vieles, das anders ist als zu Hause

GASTSCHÜLERIN Paula Fernandez aus Kolumbien besucht seit Januar die Freie Sekundarschule Burgenlandkreis.

VON HELGA HEILIG

Verstehen sich bestens: Paula Fernandez (3.v.l.) und die Zwillingen Sarah und Sophie Herfurth sowie Gastmutter >Annett Matthes-Herfurth (l). FOTO: HANS-DIETER SPECK

NAUMBURG - Ein Gast aus dem fernen Kolumbien drückt seit Januar die Schulbank in der Freien Sekundarschule Burgenlandkreis in Naumburg. Die 16-jährige Paula Fernandez hat sich mittlerweile gut eingelebt und diverse Verständigungsprobleme, die sie am Anfang hatte, gehören nach und nach der Vergangenheit an. Paula besucht die neunte Klasse. "Es gefällt mir wirklich gut hier", sagt sie und lächelt dabei überzeugend. Über den AFS-Schüleraustausch kam sie nach Naumburg. Wenn Tageblatt/MZ nicht im vergangenen Jahr gemeldet hätte, dass der ASF-Schüleraustausch Gasteltern sucht, wäre Paula Fernandez höchstwahrscheinlich nicht hier. Das vermutet Gastmutter Annett Matthes-Herfurth. Sie hatte die Mitteilung gelesen und den Familienrat einberufen. Einstimmig wurde die Entscheidung getroffen, eine Gastschülerin einzuladen.

Nun haben die 14-jährigen Zwillinge Sarah und Sophie Herfurth für knapp ein Jahr eine große Schwester aus Mittelamerika. Die drei verstehen sich offensichtlich gut. Auch wenn man sich besonders am Anfang auf einiges neu einstellen musste, verrät Gastmutter Annett Matthes-Herfurth. Sie ist übrigens begeisterter Reggae-Fan und deshalb froh, dass nun ein junges Mädchen aus Kolumbien bei ihr wohnt. Auf die Idee, für bestimmte Zeit nach Old Germany zu ziehen, habe sie ihr Bruder gebracht, erzählt Paula. Er war kürzlich in Dänemark und hat dort die besten Erfahrungen sammeln können. Da Paula sich vor dem Studium fit machen möchte in verschiedenen Sprachen, kommt ihr der Gastaufenthalt hier gerade recht. "Es gibt vieles, das anders ist als zu Hause", meint sie. Das Essen zum Beispiel, die Leute und auch die Musik ist anders. "Ich vermisse meine Familie und die Freunde schon, aber ich komme ja wieder nach Hause", sagt Paula auf die Frage, ob sie Heimweh hat. Regelmäßig telefoniert sie mit ihrer Familie, hat aber auch manchmal so viel zu tun, dass sie sogar den Geburtstag des Vaters vergaß. Die deutsche Sprache ist für sie kein Buch mit sieben Siegeln mehr. Schwer fällt Paula noch das Aussprechen verschiedener Wörter - besonders dann, wenn sie ein sch beinhalten.

In die Schule hat sie sich inzwischen gut integriert. Spitze ist sie in Mathe, auch in Englisch und Sport. Der Trumpf im Ärmel war das sportliche Mädchen kürzlich während eines Volleyballturniers, bei dem die Freie Sekundarschule dank ihres Einsatzes den dritten Platz belegte. Beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützt sie eine Landsmännin, die sogar aus dem selben Ort kommt wie Paula. Liliana Rojas-Grune lebt bereits seit acht Jahren mit ihrer Familie in Naumburg. "Ich mag die Pünktlichkeit der Deutschen", versichert Paula Fernandez. Aber gerade die ist ein Schwachpunkt bei ihr, gegen den sie täglich ankämpfen muss, weiß Gastmutter Annett. Die Lieblingsspeise von Paula: Sandwiches mit einem bekannten Nougataufstrich. Zwei Gläser pro Woche sind die Normalität. Wie sie dabei schlank bleibt, ist ein Rätsel. Kolumbianisch kochen soll Paula in der Schule. Davor hat sie Bammel, denn das beherrscht sie nicht. Mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Landsmännin Liliana Rojas-Grune wird sie das schon packen.

  




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