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[27.07.2015] An der Medizinischen Berufs-Akademie lernen junge Leute aus ganz Deutschland 
erschienen : Naumburger Tageblatt 

Saale-Unstrut

Als "Ausländer" in Naumburg

AUSBILDUNG An der Medizinischen Berufs-Akademie lernen junge Leute aus ganz Deutschland. Die Stadt profitiert davon, obwohl fast alle in ihre Heimat zurückkehren.

VON ALBRECHT GÜNTHER

In der Löwenapotheke bei Andreas Hünerbein absolviert Romina Popiel aus Brandenburg innerhalb ihrer Ausbildung ein Praktikum. FOTOS: TORSTEN BIEL

NAUMBURG - Sie kommen aus Hamburg und Hessen, aus Rheinland-Pfalz und Thüringen, aus Bayern und Brandenburg - insgesamt 51 der derzeitigen Schüler der Medizinischen Berufs-Akademie Naumburg (MBA) sind "Ausländer". Sie stammen aus zehn Bundesländern und haben in der Domstadt für die Zeit ihrer Ausbildung eine neue Heimat gefunden. Die Berufs-Akademie setzt damit in Naumburg eine Tradition fort, die einst von Bildungsstätten wie der Agraringenieurschule und der Postfachschule getragen wurde.

200 neue Ausbildungsverträge liegen bereits für das neue Schuljahr 2015/16 vor, wie Klaus Mischke sagt. "Wir freuen uns über diese gute Resonanz", so der MBA-Geschäftsführer weiter. Obwohl 228 junge Frauen und Männer derzeit ihre Ausbildung abschließen und in das Berufsleben wechseln, bleibe die Zahl der Schüler mit knapp 500 somit erhalten. Die Stadt kann davon nur profitieren. Denn etliche Schüler, für die das tägliche Pendeln vom Wohn- zum Ausbildungsort zu aufwendig ist, werden so für zwei oder drei Jahre zu Naumburger Einwohnern.

Im Internet auf die MBA gestoßen

Zu ihnen gehört Anja Weiß aus Witzenhausen in Hessen. "Ich habe mich zunächst im Internet informiert und bin auf Naumburg und die MBA gestoßen. Entscheidend war dann, dass die Ausbildung in Sachsen-Anhalt - im Gegensatz zu anderen Bundesländern - zwei statt drei Jahre dauert", blickt die künftige Medizinische Dokumentationsassistentin zurück. Im Jenaer Uni-Klinikum hat sie soeben ein neunwöchiges Praktikum absolviert. "Naumburg gefällt mir sehr gut, auch die umliegende Region ist sehr schön", berichtet Anja Weiß. Nach einigen Anläufen hat sie auch eine kleine und für sie bezahlbare Wohnung gefunden. "Es hat alles gepasst", so ihr Fazit. Dennoch will sie in ihre Heimat zurückkehren, möglicherweise in Göttingen arbeiten.

Aus Plötzen, einem "Kuhdorf, allerdings einem sehr schönen", wie die 19-Jährige sagt, ist Romina Popiel nach Naumburg gekommen. Da sie in der Nähe von Werder in Brandenburg wohnt, hatte sie sich nach ihrem Abitur für eine Ausbildung zur Pharmazeutisch-Technischen Assistentin zunächst im benachbarten Berlin umgesehen. "Dort allerdings wäre eine Ausbildung viel teurer gewesen, deshalb habe ich nach Alternativen gesucht und bin auf Naumburg gestoßen". Nach dem Besuch eines Tages der offenen Tür habe sie sich für die MBA entschieden. Dass sie im Haus der Apothekerfamilie Hünerbein eine Wohnung gefunden und in der Apotheke am Markt ihr Praktikum absolviert, runde die Sache ab. "Ich fühle mich wohl in der Stadt, die Leute sind nett und aufgeschlossen", so Romina Popiel. In Naumburg werde sie allerdings nicht bleiben, denn nach der Ausbildung soll ein Studium folgen.

"Möchte lieber in die Großstadt"

Auch Laura Biewald hat sich für eine Ausbildung zur Medizinischen Dokumentationsassistentin entschieden. Von Niederau, das in Sachsen und in der Nähe Meißens liegt, ist sie deshalb nach Naumburg gezogen. Zunächst hatte sie sich an einer Dresdener Schule beworben. Dort jedoch war der Ausbildungsgang aufgrund zu weniger Schüler kurzfristig abgesagt worden. "Innerhalb von zwei Wochen habe ich mich für Naumburg entschieden", so die 18-Jährige. "Naumburg ist nicht so toll, ich würde lieber in einer Großstadt leben." Nach Beendigung der Ausbildung will die Sächsin ihr Abitur machen und dann studieren.

Mit Familie von Erfurt umgezogen

Genau anderer Meinung ist René Stolle. Er gehört zu den "Einheimischen", obwohl er in Erfurt aufgewachsen ist. Denn seit drei Jahren wohnt der 38-Jährige mit seiner Familie in Naumburg. "Die Stadt ist gemütlich, alles hat seinen Platz. Ich fühle mich hier wohl", so der künftige Erzieher. Nach der Ausbildung wird er ins Anerkennungsjahr starten, das er in einer Kindertagesstätte der Stadt Naumburg absolvieren will. "Ich freue mich darauf", blickt Stolle auf die nächsten Monate. Insgesamt sechs junge Männer bildet die MBA derzeit zu staatlich geprüften Erziehern aus. Demnächst aber könnten es noch mehr sein, wagt Klaus Mischke eine Prognose.

Zu den 94 jungen Damen, die in der MBA diesen Beruf lernen, gehört Stefanie Köhler aus Granschütz. Die 25-Jährige hat nach ihrem Abitur zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Integrativen Kindertagesstätte "Kunterbuntes Kinderhaus" in Weißenfels absolviert, um sich für ihre Berufswahl zu informieren. "Die Tätigkeit hat mir sehr gefallen, deshalb habe ich mich nach einer Ausbildungsmöglichkeit umgesehen, die Entscheidung für Naumburg und die MBA lag nahe."

Die Berufs-Akademie finde sie kompetent, man werde gut auf die Arbeit mit Kindern vorbereitet. Stefanie Köhler: "Kinder sind das höchste Gut, deshalb ist es wichtig, sich in sei einfühlen zu können, um sie optimal zu betreuen und zu fördern." Mit dem Erzieher-Abschluss in der Tasche will sie auch künftig in der Region arbeiten, möglicherweise erneut in der Integra Weißenfelser Land GmbH. Und Naumburg? "Eine sehr sympathische Stadt, man kann hier sehr viel machen."

DATEN UND FAKTEN

Seit dem Jahr 1993 über 3 200 Absolventen

Gegründet wurde die MBA 1993. Seitdem erfolgte der Aufbau verschiedener Fach- und Berufsfachschulen. Über 3 200 Absolventen haben seitdem ihre Abschlussprüfung bestanden. Derzeit werden an den Standorten Naumburg und Zeitz elf Berufe ausgebildet mit insgesamt 485 Auszubildenden. Bewerbungen für das neue Schuljahr sind noch bis zum 31. Oktober möglich. Zukünftig möchte die MBA mehr berufsbegleitende Ausbildungsmöglichkeiten schaffen. Aus folgenden Bundesländern kommen derzeit die Schüler: Baden-Württemberg (3), Bayern und Brandenburg (je 2), Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz (je 1), Sachsen (4), Thüringen (35) sowie aus Sachsen-Anhalt.AG

  




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